Wir sind erschüttert, wütend, traurig

 

Wir haben keine Worte mehr für den vielfachen Missbrauch in unserer Kirche an Kindern, Jugendlichen, Ordensfrauen und Schutzbefohlenen. Es wurde ihnen Gewalt angetan an Körper und Seele. Wir leiden mit diesen Menschen und möchten mit all unseren Möglichkeiten helfen, dass sie Gerechtigkeit erfahren.

 

Keine Worte mehr!
Jetzt braucht es Taten!

 

Wir fordern als getaufte und gefirmte, mündige Christinnen und Christen der römisch-katholischen Kirche von den Bischöfen und vom Papst und allen kirchlichen Stellen das, was seit Langem bekannt ist und selbstverständlich sein sollte:

  • Ernstnehmen der Opfer und Mitgefühl
  • Vollumfängliche Aufklärung, Öffnung der Archive und Akteneinsicht für die Opfer
  • Einleitung von Strafverfahren, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen
  • Nulltoleranz und klare Richtlinien für die Durchsetzung der Nulltoleranz
  • Scharfe Konsequenzen für schweigende und vertuschende Mittäter und Mittäterinnen
  • Von der Kirche mitfinanzierte, aber unabhängige Anlaufstellen für alle von Missbrauch betroffenen Menschen.

Keine Worte mehr!
Es braucht einen Systemwechsel!

 

Die römisch-katholische Kirche, als patriarchal agierendes System, braucht dringend eine grundlegende Erneuerung, nicht erst in zehn Jahren, sondern JETZT.

Zur Herstellung der Glaubwürdigkeit und zur Vermeidung von künftigen Missbrauchsfällen fordern wir:

  • Theologische Überarbeitung der kirchlichen Sexualmoral
  • Gleichstellung von Frauen und Männern mit dem Zugang zu allen Ämtern, Pflichten und Verantwortungen
  • Transparenz bei Besetzung von Ämtern
  • Mitsprache des Volkes bei Bischofsernennungen und der Besetzung der Generalvikariate
  • Ernstnehmen aller Gläübigen

Keine Worte mehr!

 

Vom neuen Bischof von Chur erwarten wir, dass er tatkräftig an der Umsetzung dieser Forderungen mitwirkt und mithilft, die Glaubwürdigkeit unserer Kirche wiederherzustellen.

 

Pfarreiteam St. Martin, Illnau-Effretikon/Lindau/Brütten
Kirchenpflege, Katholische Kirche Illnau-Effretikon
Pfarreiforum St. Martin